Moderne hochwertige Wohnanlagen behandeln Fahrbereiche, Gebäudeeingänge und Landschaftshöfe zunehmend nicht mehr als vollständig voneinander getrennte Außenräume. Stattdessen rückt eine durchgängige Gestaltung vom Eingang der Wohnanlage bis zu den gemeinschaftlich genutzten Innenbereichen stärker in den Mittelpunkt.
Bei diesem Projekt wurde hochwertiges Naturgranitpflaster für die Shared Streets, die Kurzzeit-Haltebereiche und den zentralen Landschaftshof der Wohnanlage eingesetzt. Ziel war nicht lediglich die Pflasterung einer Straße. Vielmehr sollten Steinformate, Verlegerichtungen und Materialkombinationen dazu beitragen, die Fahrgeschwindigkeit nach der Einfahrt in die Wohnanlage schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig einen natürlichen Übergang von den Fahrbereichen zu den Gebäudeeingängen und zum zentralen Innenhof zu schaffen. Dadurch entstand ein zusammenhängendes Landschaftssystem für die gesamte Wohnanlage.
Projektschwerpunkt: den klassischen Straßencharakter reduzieren und Fahrbereiche in die Landschaft integrieren
Die internen Straßen dienen hauptsächlich den Fahrzeugen der Bewohner und Besucher sowie dem Verkehr des Gebäudemanagements. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Stadtstraßen liegen diese Fahrbereiche jedoch wesentlich näher an Wohngebäuden und gestalteten Landschaftsräumen.
Aus diesem Grund wurde auf den Shared Streets Naturgranitpflaster anstelle einer konventionellen großflächigen Straßenoberfläche eingesetzt.
Die kleinformatigen Steine, natürlichen Fugen und die mineralische Struktur des Granits erzeugen einen feineren Pflasterrhythmus. Nach der Einfahrt in die Wohnanlage wird der Wechsel von der äußeren Stadtstraße zu einem internen verkehrsberuhigten Umfeld deutlich wahrnehmbar. Gleichzeitig entsteht eine natürlichere visuelle Beziehung zwischen Fahrbahn, umgebender Bepflanzung, Gebäudeeingängen und gemeinschaftlichen Landschaftsflächen.
Abbiege- und Haltebereiche wurden an die Fahrzeugbewegungen angepasst
In der Nähe der Wohngebäudeeingänge befinden sich mehrere Abbiege- und Kurzzeit-Haltebereiche. Diese Zonen gehören zugleich zu den Bereichen, in denen die Granitpflasterung besonders sorgfältig geplant werden musste.
Die Verlegerichtung der Pflastersteine wurde an die tatsächlichen Kurvenradien angepasst, sodass die Steinreihen dem Straßenverlauf natürlich folgen und in den Eckbereichen nicht zahlreiche kleine Zuschnitte entstehen.
An Stellen, an denen Fahrzeuge häufig abbiegen, bremsen und wieder anfahren, wurde besonderes Augenmerk auf die Stabilität des Unterbaus und eine zuverlässige Randeinfassung der Pflasterfläche gelegt. Dadurch lässt sich das Risiko von Lockerungen, Verschiebungen oder lokalen Setzungen unter langfristiger Fahrzeugbelastung reduzieren.
Auf diese Weise bleibt die hochwertige landschaftliche Wirkung des Granitpflasters erhalten, während gleichzeitig die praktischen Anforderungen der verkehrsberuhigten Fahrbereiche innerhalb der Wohnanlage erfüllt werden.
Ein Wechsel der Pflasterformate markiert den Übergang zum zentralen Landschaftshof
Der zentrale Landschaftshof ist einer der wichtigsten gemeinschaftlichen Bereiche der Wohnanlage und gleichzeitig der Ort, an dem der Übergang vom Fahrbereich zum Fußgängerraum am deutlichsten wird.
Wenn sich die Shared Street dem Innenhof nähert, wird das gleiche Verlegemuster daher nicht einfach unverändert fortgeführt. Stattdessen verändern sich Steinformate und Verlegeordnung schrittweise.
Granitpflaster wird weiterhin an den Eingängen zum Innenhof, entlang von Landschaftskanten sowie an Übergängen zwischen unterschiedlichen Funktionsbereichen eingesetzt. In den wichtigsten Fußgängerbereichen und an den Eingängen der Wohngebäude kommen dagegen großformatige Granitplatten zum Einsatz.
Der Kontrast zwischen kleinformatigem Pflaster und großformatigen Platten ist deutlich, ohne übermäßig stark zu wirken. Bewohner können dadurch beim Übergang von der Shared Street in den Innenhof die Veränderung des Raumcharakters intuitiv wahrnehmen, während die konsequente Verwendung von Naturgranit die Materialkontinuität des gesamten Projekts bewahrt.
Granitpflaster passt sich komplexen Landschaftskanten im Innenhof an
Der zentrale Innenhof umfasst Grünflächen, Baumscheiben, Sitzbereiche, Treppen sowie Fußwege, die in unterschiedliche Richtungen verlaufen. Dadurch entstehen wesentlich komplexere Pflastergrenzen als entlang einer gewöhnlichen Straße.
Die vergleichsweise kleinen Abmessungen der Granitpflastersteine bieten in diesen Bereichen eine hohe Flexibilität bei der Verlegung.
Rund um Baumscheiben, entlang geschwungener Pflanzflächen und im Bereich von Sitzgelegenheiten wurde die Anordnung der Steine an die tatsächliche Geometrie angepasst. So kann die Pflasterung den Landschaftsformen natürlich folgen und gleichzeitig die Entstehung sehr schmaler oder kleiner zugeschnittener Steine reduzieren.
Auf den wichtigsten Fußwegen wurden dagegen die Oberflächenunterschiede der Pflastersteine, die Fugenbreiten sowie die Höhenanschlüsse an die großformatigen Granitplatten sorgfältig kontrolliert. Dadurch entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen natürlicher Landschaftswirkung und angenehmem Gehkomfort im täglichen Gebrauch.
Abgestimmte Steintöne verbinden Architektur, Straßen und Landschaft
Graue und dunkelgraue Naturgranite bilden die wesentliche Farbpalette der Pflasterflächen im gesamten Projekt. Sie harmonieren mit den modernen Fassaden der Wohngebäude, den metallischen Architekturelementen und der umgebenden Bepflanzung.
Dabei wurde nicht angestrebt, dass jeder einzelne Pflasterstein exakt die gleiche Farbe besitzt. Stattdessen bleiben kontrollierte natürliche Farbnuancen und mineralische Unterschiede des Granits sichtbar.
Auf den großflächigen Shared Streets und im zentralen Landschaftshof reduzieren diese feinen Unterschiede den übermäßig gleichmäßigen Eindruck industriell gefertigter Pflastermaterialien. Bei Sonnenlicht, im Schatten der Bäume und unter wechselnden Wetterbedingungen entstehen dadurch zusätzliche natürliche Abstufungen und eine lebendigere Oberflächenwirkung.
Entwässerungsdetails wurden mit dem Pflasterlayout abgestimmt
Zwischen den Shared Streets, den Gebäudeeingängen und dem zentralen Landschaftshof bestehen mehrere Höhenübergänge. Deshalb wurden bereits während der Detailplanung der Pflasterflächen Straßenquergefälle, Gefälle des Innenhofs, Regenwassereinläufe und lineare Entwässerungsrinnen gemeinsam berücksichtigt.
Besondere Aufmerksamkeit galt den Übergangsbereichen zwischen den Eingängen der Wohngebäude und dem zentralen Innenhof. Höhenlagen und Entwässerungsrichtungen wurden frühzeitig festgelegt, damit Regenwasser den vorgesehenen Entwässerungswegen folgt und nicht zu den Gebäudeeingängen oder wichtigen Fußgängerbereichen geleitet wird.
Auch die Positionen der Entwässerungsrinnen und Regenwassereinläufe wurden möglichst eng mit dem Verlegemuster von Granitpflaster und großformatigen Platten abgestimmt. Dadurch werden unnötige Unterbrechungen der wesentlichen Pflasterachsen vermieden.
Von der Shared Street bis zum vollständigen zentralen Landschaftshof
Bei diesem Projekt verbindet hochwertiges Naturgranitpflaster die Shared Streets der Wohnanlage, Abbiege- und Kurzzeit-Haltebereiche, Gebäudeeingänge und den zentralen Landschaftshof.
Die kleinformatige Pflasterung trägt dazu bei, entlang der Shared Streets ein natürlicheres verkehrsberuhigtes Umfeld zu schaffen. In Abbiege- und Haltebereichen reagieren Verlegerichtung und konstruktiver Aufbau auf die tatsächlichen Fahrzeugbewegungen. Beim Übergang in den zentralen Innenhof erzeugt die Kombination aus Granitpflaster und großformatigen Granitplatten dagegen einen schrittweisen Maßstabswechsel vom Fahrbereich zum Fußgängerraum.
Damit ist das Granitpflaster letztlich weit mehr als nur ein Belagsmaterial für die internen Straßen der Wohnanlage. Es wird zu einem wichtigen Landschaftselement, das Gebäudeeingänge, Fahrzeugverkehr, Fußgängerbewegungen und den zentralen Innenhof miteinander verbindet. So bleibt vom Straßenraum bis zu den gemeinschaftlichen Außenbereichen eine durchgängige, langlebige und harmonische Gestaltungssprache aus Naturstein erhalten.